Die Verehrung des Kreuzes ist für unseren Wallfahrtsort von besonderer Bedeutung. Auf dieser Seite finden Sie Betrachtungen und Gebete zu Ehren des hl. Kreuzes. Möchten Sie, daß Ihr ganz persönliches Gebet auf dieser Seite  veröffentlicht wird, so teilen Sie es uns mit; per Brief, per Mail oder telefonisch.

Menschen der Neuzeit und neuzeitlichen Not, kehrt zurück zur Andacht, zum Leiden Christi. Flüchtet euch in die Wundmale Christi”   

Michael Kardinal von Faulhaber (1869 - 1952)

1. Heilges Kreuz, sei hoch verehret, hartes Ruhbett meines Herrn! Einstmals sehn wir dich verkläret, strahlend gleich dem Morgenstern.  Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn, sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn!

2. Heilges Kreuz, du Siegeszeichen, selig, wer auf dich vertraut; glücklich wird sein Ziel erreichen, wer auf dich im Kampfe schaut. Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn, sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn!

3. Denkmal, Fahne, Siegeszeichen, unsre Hoffnung, unser Schild; niemals soll die Andacht weichen  zu dem heilgen Kreuzesbild. Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn!  

Hören Sie -hier- die Melodie

(T: Passau 1866  M: Leitmeritz 1846)

Ablassgebet vor dem Bild des Gekreuzigten Jesus

EN EGO, O BONE ET DULCISSIME JESU, ante conspectum tuum genibus me provolvo, ac maximo animi ardore te oro atque obtestor, ut meum in cor vividos fidei, spei et caritatis sensus, atque veram peccatorum meorum paenitentiam, eaque emendandi firmissimam voluntatem velis imprimere; dum magno animi affectu et dolore tua quinque vulnera mecum ipse considero, ac mente contemplor, illud prae oculis habens, quod jam in ore tuo ponebat tuo David Propheta de te: "Foderunt manus meas et pedes meos; dinumeraverunt omnia ossa mea."                                        

(Biblia Vulgata Ps 21,17-18)

Siehe, o guter und lieber Jesus, vor deinem Angesicht  werfe ich mich auf die Knie nieder und bitte dich, aus tiefer Seele flehend: Präge meinem Herzen ein den lebendigen Geist des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, eine wahre Reue über meine Sünden und den festen Willen, mich zu bessern. Mit innigem Mitleid und tiefem Schmerze schaue ich auf deine fünf Wunden und erwäge dabei, was der Prophet David von dir, o guter Jesus, geweissagt hat: "Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt; sie haben alle meine Gebeine gezählt."  (Psalm 22,17-18)

2. Station des Kreuzwegs in der  Kathedrale von Padua (aus dem 18. Jahrhdt.) 2. Station des Kreuzwegs in der Kathedrale von Padua (aus dem 18. Jahrhdt.)

Betrachtung

Über dem Kreuz Jesu steht in den  beiden Weltsprachen von damals griechisch und lateinisch und in der Sprache  des auserwählten Volkes hebräisch wer er ist: der König der Juden, der  verheißene Sohn Davids. Pilatus, der ungerechte Richter, ist wider Willen zum  Propheten geworden. Vor der Weltöffentlichkeit wird Jesu Königtum proklamiert. Jesus selbst hatte den Titel Messias  nicht zugelassen, weil er eine falsche menschliche Idee von Macht und von  Rettung hervorgerufen hätte. Aber nun darf der Titel öffentlich dastehen über  dem Gekreuzigten. So ist er wirklich König der Welt. Nun ist er wahrhaft erhöht. In seinem Abstieg ist er aufgestiegen. Nun hat er radikal den Auftrag  der Liebe erfüllt, er hat sich weggegeben von sich selber, und gerade so ist er  nun die Erscheinung des wahren Gottes, des Gottes, der die Liebe ist. Nun wissen  wir, wer Gott ist. Nun wissen wir, wie wahres Königtum aussieht. Jesus betet den Psalm, der mit den  Worten beginnt: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen...” (Ps 22,  2). Er nimmt das ganze leidende Israel in sich auf, die ganze leidende  Menschheit, die Not ihres Gottesdunkels und lässt so dort Gott erscheinen, wo er  endgültig besiegt und abwesend scheint. Das Kreuz Jesu ist ein kosmisches  Ereignis. Die Welt wird dunkel, wo Gottes Sohn dem Tod preisgegeben ist. Die  Erde erbebt. Und am Kreuz beginnt die Kirche der Heiden. Der römische Hauptmann  erkennt und bekennt Jesus als den Sohn Gottes. Vom Kreuz aus siegt er immer neu.

Gebet

Herr Jesus Christus, bei deinem Tod  hat sich die Sonne verfinstert. Immer wieder wirst du ans Kreuz geschlagen. Gerade in dieser Stunde der  Geschichte leben wir im Gottesdunkel. Unter dem Übermaß der Leiden und der  Bosheiten der Menschen scheint Gottes Antlitz, dein Antlitz verdunkelt,  unerkennbar. Aber gerade am Kreuz hast du dich zu  erkennen gegeben. Gerade als der Leidende und Liebende  bist du der Erhöhte. Gerade von dort aus hast du gesiegt. Hilf uns, in der Stunde des Dunkels  und der Verwirrungen dein Gesicht zu erkennen. Hilf uns, dir zu glauben und dir  nachzufolgen gerade auch in den Stunden des Dunkels und der Not. Zeige dich neu der Welt in dieser  Stunde. Lass uns dein Heil erscheinen.      

(Betrachtung und  Gebet von Joseph Kardinal Ratzinger beim Kreuzweg im römischen Kolosseum am  Karfreitag 2005)

Fresko im Langhaus der Kirche von Orthofen bei Dachau Fresko im Langhaus der Kirche von Orthofen bei Dachau

Kreuzauffindung

Auf dem 1986 restaurierten grossen Fresko im Langhaus der Kirche von Orthofen bei Dachau ist die Auffindung des Heiligen Kreuzes durch St. Helena im Jahre 320 dargestellt. Die Ausgräber hatten 3 Kreuze gefunden. Das Kreuz Christi wurde dadurch identifiziert, dass ein Toter, den man nacheinander auf alle drei Kreuze gelegt hatte, wieder zum Leben erweckt wurde. Das Bild zeigt im Vordergrund zeigt diese Szene. Der Tote richtet sich auf, gestützt von einem jungen Mann. Kaiserin Helena und Bischof Makarios betrachten ehrfurchtsvoll das Wunder. Im Hintergrund des Bildes wird eine zweite Kreuzlegende dargestellt. Kaiser Heraklius trägt das vom Perserkönig  Chosroas entführte Kreuz im Jahr 627 im Triumph zurück nach Jerusalem. Als sich das Tor nicht öffnet, erklärt der hl. Modestus (rechts vom Kreuz zu erkennen),  Heraklius solle das Kreuz im Büßerhemd tragen.

Persönliches Gebet

Herr Jesus Christus, “Heilige” sind auch wir, denn Du hast uns in Taufe und Firmung berufen, Deine Botschaft zu verkünden und am Kommen Deines Reiches mit zu wirken. Einfache Frauen und Männer, Junge und Alte – damals wie heute. Jeder und jedem hast Du durch Deinen Geist Gaben und Talente geschenkt. Keinem gabst Du alles – keiner nichts. Hilf uns, dass wir uns in Deine Gemeinde einbringen und uns nicht zerstreiten, sondern einander dienen mit dem, was du jeder und jedem zum Nutzen aller gibst. Damit wir wahrhaft “Kirche” sind, “dem Herrn gehörend” und “Lichter” in dieser Zeit. Stärke uns dazu mit Deinem guten, heiligen Geist, und lass uns voranschreiten auf dem Weg, auf den Du uns miteinander gestellt hast. Amen.

Gebet der Hl. Birgitta von Schweden († 1373)

O Jesus, König und Freund der Seelen, der du allein aller Liebe und Sehnsucht würdig bist! Gedenke jener Betrübnis, die du empfunden, als du in Blöße und Elend, von allen deinen Freunden verlassen, am Kreuz schwebtest und keinen anderen Tröster fandest als deine geliebte Mutter, die in Bitterkeit ihrer Seele mit heiliger Treue dir zur Seite stand und welche du deinem Jünger empfohlen, so wie du den Jünger, anstatt deiner, ihr zum Sohne gegeben hast, da du sprachst: "Frau, siehe deinen Sohn!" und zum Jünger: "Siehe, deine Mutter!" Bei dem Schwerte des Schmerzes, das damals ihre Seele durchdrang, bitte ich dich, o gütigster Jesus, daß du in allen Trübsalen des Leibes und der Seele - am meisten in der Todesstunde - deine mitleidvolle Erbarmung und deinen Trost mir schenken wollest.